Die unerwartete Entdeckung der Fischer

von Judith Heidrich

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Vor der Küste der Schweiz haben Fischer einen rostigen Container aus dem Wasser gezogen – und darin antike Artefakte von unschätzbarem Wert entdeckt. Der Container stammt offenbar von einem Schiffsunglück vor mehreren Jahren.

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Die Crew des Schiffes Lac unter der Leitung von Kapitän Hans Müller fischte eigentlich im Genfer See, als sich die Netze plötzlich in einem schweren Gegenstand verfingen. Nach einem stundenlangen Bergungsversuch machten sie die Entdeckung ihres Lebens: Der Container war gefüllt mit römischen Amphoren, griechischen Bronzefiguren und keltischem Schmuck.

„Wir sind fast vom Boot gefallen“, sagte der 58-jährige Kapitän Hans Müller, ein Fischer in der Tradition aus Vevey. „Das war eine richtige Zeitkapsel. In 40 Jahren auf dem See habe ich so etwas noch nie gesehen. Das hier ist kein Fisch – das ist Geschichte.“

Nach ersten Ermittlungen der Behörden gehörte der Container dem Genfer Milliardär Pierre Dupont, dessen Frachtschiff vor drei Jahren während eines schweren Sturms auf dem Genfer See mehrere Container verlor. Die Sammlung war auf dem Weg zu seinem Privatmuseum in Montreux.

Gefundene Gegenstände:

  • Römische Amphoren (Tongefäße)

  • Antike griechische Statuetten aus Bronze

  • Keltischer Schmuck, typisch für die Hallstatt-Region

  • Fragment eines römischen Schildes

  • Mehrere versiegelte Holzkisten mit Kennzeichnung des Genfer Hafens

Die Archäologin der Universität Lausanne, Dr. Sophie Meyer, bezeichnete den Fund als „eine der bedeutendsten zufälligen Entdeckungen in der Geschichte der Schweiz“.

Dupont hatte damals eine Belohnung von 100.000 Franken für die Bergung der Container ausgesetzt, doch die Suche wurde nach sechs Monaten ergebnislos abgebrochen.

„Pierre hatte die Hoffnung bereits verloren, diese Sammlung jemals wiederzusehen“, so die Sprecherin des Milliardärs, Marie-Claude Bernard. „Dass der Container jetzt gefunden wurde – und noch dazu in einem so guten Zustand – ist wirklich ein Wunder. Wir sind diesen Fischern unendlich dankbar.“

Der Bergungsexperte Kapitän Klaus Steiner aus Bern ergänzte: „Die Wahrscheinlichkeit, einen solchen Container Jahre später noch intakt zu finden, ist geringer als ein Lottogewinn. Der See ist gross und der Grund schlammig. Diese Jungs hatten wirklich einen Schutzengel.“

Die Fischer der Lac warten nun gespannt auf die Entscheidung über ihre Bergungsprämie. Die Artefakte wurden in ein Speziallabor in Bern gebracht, wo sie restauriert und auf ihre Echtheit geprüft werden.

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