Emotionale Grenzen: Wie man vermeidet, die Verantwortung für andere zu übernehmen

von Judith Heidrich

Werbung

Emotionale Grenzen bedeuten, unterscheiden zu können, wessen Gefühle und Probleme wem gehören. Viele Menschen, insbesondere empathische oder in einer „Retterrolle“ erzogene, übernehmen automatisch die Verantwortung für den emotionalen Zustand anderer: Partner, Eltern, Freunde. Das führt zu Erschöpfung, Schuldgefühlen und dem Gefühl, „alles von mir abhängig zu sein“.

Werbung

Eine gesunde emotionale Grenze klingt so: „Ich fühle mit dir, aber das ist dein Schmerz, deine Reaktion, deine Entscheidung.“ Das ist keine Gleichgültigkeit, sondern die Anerkennung der Autonomie des anderen. Du kannst unterstützen, zuhören, Hilfe anbieten – aber du bist nicht verpflichtet, die Gefühle eines anderen zu „reparieren“.

Verletzungen solcher Grenzen kommen besonders häufig in Beziehungen mit ängstlichen, depressiven oder manipulativen Menschen vor. Sie sagen vielleicht: „Du bist schuld an meiner schlechten Laune“ oder „Wenn du doch nur …“. Solche Sätze signalisieren, dass eine Grenze überschritten wurde und Sie zu einer emotionalen Stütze geworden sind.

Um Grenzen wiederherzustellen, beginnen Sie mit einem inneren Dialog. Fragen Sie sich: „Sind das meine Gefühle oder spiegele ich die Gefühle einer anderen Person wider?“ Wenn Sie sich in der Gegenwart einer ruhigen Person ängstlich fühlen, ist das Ihre eigene Angst. Sind Sie aber nur in der Nähe einer ängstlichen Person angespannt, übernehmen Sie deren Zustand.

You may also like