Beziehungsgrenzen: Wie man Intimität aufbaut, ohne sich selbst zu verlieren

von Judith Heidrich

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Viele Menschen glauben fälschlicherweise, Intimität bedeute vollständiges Verschmelzen: Gedanken, Gefühle und Pläne zu teilen. Wahre Intimität ist jedoch nur zwischen zwei eigenständigen Individuen möglich, die ihre Individualität bewahren. Grenzen in einer Partnerschaft sind keine Mauer, sondern eine transparente Membran, die Verbundenheit ermöglicht, ohne dass sich die Beziehung auflöst.

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Probleme entstehen, wenn einer oder beide Partner ihre Grenzen verlieren: Sie vernachlässigen ihre Hobbys, unterdrücken Meinungen, um Konflikte zu vermeiden, oder kontrollieren das Handeln des Partners „aus Liebe“. Diese „Intimität“ ist eine Illusion; in Wirklichkeit ist sie Abhängigkeit.

Gesunde Beziehungen beinhalten:

– das Recht auf persönlichen Freiraum (Zeit für sich allein, mit Freunden, für Hobbys),

– das Recht auf unterschiedliche Meinungen,

– das Recht, in intimen Beziehungen „Nein“ zu sagen,

– das Recht auf emotionale Autonomie.

Grenzen in einer Partnerschaft werden durch Dialog gesetzt. Es ist wichtig, nicht nur die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren, sondern auch die Grenzen des Partners zu respektieren. Wenn beispielsweise eine Person Umarmungen in der Öffentlichkeit ablehnt und die andere darauf besteht, ist das eine Grenzüberschreitung.

Konflikte sind unvermeidlich – und das ist normal. Sie werden jedoch destruktiv, wenn eine Person versucht, die andere zu verändern oder ihr „Egoismus“ vorwirft. Ein reifes Paar sieht Grenzen nicht als Bedrohung, sondern als Chance, einander besser zu verstehen.

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