Raclette – der geschmolzene Genuss der Alpengipfel

von Judith Heidrich

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Wenn Fondue die Seele der französischsprachigen Schweiz ist, so ist Raclette der Stolz der deutschsprachigen Kantone, insbesondere des Wallis. Dieses Gericht hat seinen Ursprung bei den Hirten, die einen halbkreisförmigen Käse über dem Feuer erhitzten und die geschmolzene Oberfläche mit einem Messer direkt auf Kartoffeln, Zwiebeln und Essiggurken strichen. Das Wort „Raclette“ stammt vom französischen „racler“ (schaben), was den Vorgang treffend beschreibt.

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Heute ist Raclette nicht nur ein Gericht, sondern auch ein geselliges Ereignis. Jeder Gast erhält einen Mini-Grill mit einem eigenen Teller. Kartoffeln, Schinken und Champignons werden auf dem Grill zubereitet, während eine dünne Käsescheibe in speziellen Schlitzen daneben schmilzt. Sobald der Käse geschmolzen ist, wird er auf den Tellerrand gestrichen. Es ist ein interaktives Abendessen, das Menschen zusammenbringt und unterhält.

Die Basis des Gerichts bildet Raclettekäse (Raclette du Valais AOP), eine geschützte geografische Angabe. Es reift mindestens drei Monate, hat ein nussiges Aroma und schmilzt perfekt, ohne sich zu trennen. Fälschungen aus anderen Ländern enthalten oft Palmöl, während echtes Schweizer Raclette ausschließlich aus Kuhmilch von Alpenweiden hergestellt wird.

Raclette ist besonders im Winter beliebt: Es wird in Skihütten, bei Familien und sogar auf Weihnachtsmärkten serviert. Nach einem Tag auf der Piste gibt es nichts Besseres als heißen Käse mit Salzkartoffeln und Essigzwiebeln. Dieses Gericht sättigt, gibt neue Energie und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit.

Im Gegensatz zu Fondue ist Raclette unkomplizierter: Man muss nicht ständig am Topf stehen oder die Konsistenz überwachen. Jeder kann sich sein Essen selbst zusammenstellen, was es ideal für Familien mit Kindern oder größere Gruppen macht.

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