Was sind persönliche Grenzen und warum sind sie wichtig für die psychische Gesundheit?

von Judith Heidrich

Werbung

Das Problem ist, dass Grenzen keine starren Wände, sondern flexible Membranen sind. Grenzen können sich je nach Kontext, Vertrauensverhältnis und Beziehungsphase ändern. Was Sie einem engen Freund erlauben, kann für einen Kollegen inakzeptabel sein. Flexibilität ist ein Zeichen von Gesundheit, nicht von Schwäche.

Werbung

Grenzen setzen erfordert Geschick: die Fähigkeit, Ihr inneres „Nein“ zu erkennen, es ruhig und konsequent zu formulieren und die vorübergehende Verärgerung anderer zu ertragen. Das geschieht nicht über Nacht, aber mit Übung wird es so selbstverständlich wie Atmen.

Besonders schwierig ist es, Grenzen in toxischen oder abhängigen Beziehungen zu setzen – zu Eltern, Partnern oder Vorgesetzten. Wichtig ist: Wenn jemand wütend auf Ihre Grenze reagiert, heißt das nicht, dass sie falsch ist, sondern dass diese Person es gewohnt ist, Ihre Grenzen zu überschreiten. Ihr Ziel ist nicht, es allen recht zu machen, sondern Ihre Integrität zu bewahren.

Grenzen sind keine Barriere, sondern ein Filter. Sie ermöglichen es Ihnen, das zuzulassen, was Ihnen guttut, und das auszublenden, was Ihnen Energie raubt. Das ist die Grundlage für Selbstachtung. Ohne sie wird man zu einem „emotionalen Schwamm“, der alles aufsaugt, was ihm begegnet – und schließlich austrocknet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass persönliche Grenzen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit sind. Sie ermöglichen es, sich sicher zu fühlen, Energie zu sparen und Beziehungen aufzubauen, die auf Gleichberechtigung und nicht auf Ausbeutung basieren. Zu lernen, Grenzen zu setzen, bedeutet, zu lernen, im Einklang mit sich selbst zu leben.

You may also like