Fondue ist besonders im Winter beliebt: Es sättigt, wärmt und schafft eine gemütliche Atmosphäre. In Bergregionen, wo die Temperaturen unter -10 °C sinken, ist heißer Käse kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Einheimische Familien veranstalten oft „Fondue-Abende“ am Wochenende und laden Nachbarn oder Freunde ein.
Werbung
Interessanterweise wurde Fondue erst im 20. Jahrhundert zu einem nationalen Symbol. Bis in die 1930er-Jahre war es ein rein regionales Gericht. Der Schweizer Milchwirtschaftsverband förderte es aktiv, um überschüssigen Käse zu verwerten. Heute gehört Fondue zum kulturellen Erbe und wird sogar von Kochzünften geschützt.
Für ein perfektes Fondue ist das richtige Verhältnis der Zutaten entscheidend: 400 g Käse, 200 ml Wein, 1 Knoblauchzehe und 1 Esslöffel Stärke. Der Käse sollte von Hand gerieben werden – maschinelles Reiben zerstört seine Struktur. Bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren mit einem Holzlöffel kochen. Wichtig ist, das Fondue nicht zu überhitzen, da der Käse bei zu hohen Temperaturen gerinnt.
Moderne Varianten beinhalten die Zugabe von Trüffeln, karamellisierten Zwiebeln oder sogar Bier anstelle von Wein, was Puristen jedoch als Frevel betrachten. In der Schweiz wird die Tradition hochgehalten, weshalb zu Hause meist das klassische Rezept zubereitet wird.
Fondue wird nicht nur mit Brot, sondern auch mit Salzkartoffeln, Essiggurken, Birnen oder Äpfeln serviert, um den Fettgehalt auszugleichen. Dazu trinkt man Weißwein, getreu dem Motto: „Was mit Wein hineingeht, kommt auch mit Wein wieder heraus.“
Fondue ist mehr als nur Essen. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten, sich zu unterhalten und zu lachen. Im Zeitalter der Digitalisierung werden solche Abende immer seltener – und sind deshalb umso wertvoller.
Kurz gesagt: Schweizer Fondue ist winterliche Wärme im Kessel. Es erinnert uns daran, dass die schönsten Momente des Lebens nicht allein, sondern gemeinsam am Tisch, umgeben von lieben Menschen, erlebt werden, während der Duft von Käse und Lachen in der Luft liegt.
